Ein Flirt ist kein Betthupferl sondern wie prickelnder Champagner
Es gibt Seminare in Töpfern und Mediation, Geburtsseminare, Orgasmus-Workshops und Tantra-Unterricht; man kann lernen, wie man den richtigen Partner findet und wie man sich von ihm trennt, nur das Flirten konnte einem bislang niemand beibringen. O.K. Es gibt sogenannte Flirt-Seminare. Aber kann man das wirklich lernen?
Als Flirtcoach helfe ich Singles und Paaren bei Beziehungsproblemen und natürlich gebe ich auch Tipps zum Flirten. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man das üben kann. Z.B beim Rollenspiel sollen die eigenen Flirtschwächen erkannt und das Problem gelöst werden: Wie nähere ich mich dem Objekt der Begierde? Gar nicht so einfach. Und vor allem: Ohne blöde Sprüche und ohne plumpe Anmache! „Man sollte dem anderen immer eine Fluchtmöglichkeit geben“, erkläre ich immer wieder in meinen Flirtseminaren. Schließlich habe ich schon viele Erfahrungen in der Partnervermittlung bei meinem Datingportal Flirtpub sammeln können: Es geht beim Flirten darum, sich selbst optimal an den Mann oder an die Frau zu bringen. Deshalb bemühe ich mich bei Teilnehmern und auch bei unseren Usern und Userinnen des Datingportals um deren positive Selbstdarstellung – und das mit zunehmender Resonanz. Das fängt beim Foto oder dem richtigen Outfit an, geht mit Körpersprache, Stimme und Ausdruck weiter und hört bei Umgangsformen auf. Und natürlich geht es vor allem um die richtige Einstellung. Das Ziel beim Flirten ist und bleibt die unverbindliche Kontaktaufnahme.
Alles, was Sie schon immer übers Flirten wissen wollten, aber nie zu fragen wagten – vergessen Sie es: Es gibt keine Regeln, außer spontan zu sein, locker zu bleiben und immer schön mit den Augen oder der Stimme zu zwinkern. Zum Flirten gehören immer zwei, dazu jede Menge unausgesprochener Versprechungen, also kein Betthupferl, sondern ein delikater Schwebezustand – ein Ausweg aus dem nüchternen Alltag. Im Zeitalter von Hektik und Stress wollen viele mal kurz auf die Tube drücken, ohne den Inhalt mit nach Hause nehmen zu müssen. Das erfüllt einen äußeren praktischen Zweck: das Flirten erotisiert den tristen Alltag, ohne ihn jedoch umzuwerfen. Wo ein Flirt beginnt, weiß jeder. Aber wo und wie er endet – darüber gehen die Meinungen stark auseinander. Man sollte jedoch niemals handgreiflich werden. Ansonsten ist eigentlich alles erlaubt – eine kurze Berührung, ein flüchtiger Kuss. Aber: Heftiges An- oder gar Ineinanderreiben ist das Ende. Das Prickeln ist erloschen, wenn die Triebe befriedigt sind. Der wahre Flirt endet nicht in der Verführung, sondern verhindert sie. Der Unterschied zur Anmache ist ungefähr der zwischen derbem Obstler und prickelndem Champagner. Flirten kann man nicht lernen, aber man kann wenigstens üben, Fehler zu vermeiden. Natürlich kann aus einem Flirt immer mehr entstehen – muss aber nicht. Je lockerer und unverbissener man das sieht, desto eher klappt es auch. Spätestens vor dem Traualtar werden Sie merken, ob Sie sich in der Getränkekarte geirrt haben. Prost!
Autorin: Nicole Kleinhenz www.flirtpub.de
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