Interview zur Hipster Olympiade 2012

Donnerstag, Juli 5, 2012 @ 09:07 AM  ak

Wer ist eigentlich der krasseste, individualistischste und ironischste Hipster der ganzen Stadt? – Eine Frage, die bei der zweiten Hipster Olympiade am 21. Juli 2012 in Berlin beantwortet wird. Gekämpft wird hier  u.a. in  Disziplinen wie „Jutebeutelsackhüpfen“, „Hornbrillenweitwurf“ und „Röhrenjeans Tauziehen“. Über die diesjährigen Olympia News, Hipster Fashion und Individualismus sprach missima mit dem Event-Mitbegründer Alexander.

Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, eine Hipster-Olympiade zu veranstalten?

Die Idee kam ganz spontan, vor zwei Jahren in einem Café in Mitte. Da saßen sehr viele hippe Menschen rum und wir haben uns gedacht: Hey eigentlich müsste man die doch mal in einem Wettkampf gegeneinander antreten lassen um so den hippesten Hipster ermitteln zu können. Daraus entstand 2011 dann die erste Hipster-Olympiade. Die Veranstaltung fand damals als ironische Demonstration auf einer öffentlichen Straße in Berlin-Mitte statt und beworben haben wir sie im Rahmen unseres Online-Magazins www.Kultmucke.de . Nach dem großen Erfolg im letzten Jahr, haben wir uns dieses Jahr für eine Neuauflage der Olympiade entschieden: Am 21.07. diesmal auf Gelände des Postbahnhofs.
 Und auch dieses Jahr geht es uns bei der Olympiade nicht nur um Spaß und Spiele. Um für mehr Akzeptanz des Hipsters in der Mitte der Gesellschaft zu werben und auf die umfangreichen Alltagsprobleme eines Hipsters hinzuweisen, haben wir ein politisches Manifest mit insgesamt sieben Forderungen formuliert. So wünschen wir uns bspw. mehr i-phone Ladestationen in der Berliner U-Bahn oder Club-mate-Springbrunnen in Berlin Mitte und eine Hornbrille für den Fernsehturm!

Auf welche olympischen Disziplinen außer „Jutebeutelsackhüpfen“, „Hornbrillenweitwurf“ und „Röhrenjeans Tauziehen“ müssen sich die Teilnehmer sonst noch gefasst machen?

Man munkelt dass dieses Jahr Bubble Tea und Konfetti eine Rolle spielen werden. Zu viele Details möchten wir an dieser Stelle aber noch gar nicht verraten. Fest steht aber schon, dass die von euch genannten klassischen Disziplinen natürlich auch dieses Jahr wieder durchgeführt werden. Und ich denke auch auf das Clubmate-Kisten-Wettrennen können sich die Teilnehmer schon wieder einstellen. Wir werden demnächst eine detaillierte Disziplinenbeschreibung mit den offiziellen Regeln auf unserer Webseite veröffentlichen, um für Chancengleichheit unter den teilnehmenden Teams zu sorgen.

Ein Video von der ersten Hipster Olympiade 2011

Kann sich für die Olympiade jeder bewerben? Auch Nicht-Hipster?

Selbstverständlich! Zumal sich kaum jemand öffentlich dazu bekennt ein Hipster zu sein. Wir haben bereits im letzten Jahr die geeichte Hipster-Skala entwickelt: Vollzeit-Hipster, Freizeit-Hipster, Noch-gar-kein-Hipster, Ein-echter-Hipster-bezeichnet-sich-nicht-als-Hipster-Hipster. Dies ermöglicht den Teilnehmern eine zweifelsfreie Einordnung. Das Kuriose ist ja auch, dass typische Hipster-Utensilien, die dazu dienten, sich vom Mainstream abzugrenzen, mittlerweile absoluter Mainstream sind. Mate, Hornbrillen, Jutebeutel – damit gilt man in der Berliner Innenstadt nicht mehr als sonderlich individuell.

Definiert sich ein Hipster Eurer Meinung nach nur durch seine Klamotten oder vertritt er auch gewisse Einstellungen?

Es sind sicherlich diese 2 Ebenen, die nötig sind, um den Hipster zu beschreiben: Der Fashionaspekt und seine Einstellung. Letzteres ist dabei ebenfalls relativ suspekt: Eine Subkultur mit der sich öffentlich kaum jemand identifizieren will. Gerade der Wunsch nach Abgrenzung und Individualität in Großstädten ist ein bisschen Katz-und-Maus-Spiel. Wer ist am schnellsten und am individuellsten? Wer gewinnt die Olympiade? Das ist der selbstironische Anteil unserer Spiele, für alle, die auch mal gern über sich selbst lachen. Hipster sind aus unserer Sicht ein Generationsphänomen.

Würdet Ihr Euch selbst als Hipster beschreiben?

Maximal Freizeit-Hipster. Aber wir lieben die Ironie genauso wie es der Klischee-Hipster tut.

Was hat es mit dem Hipster-Schnurrbart und dem Hipster-Triangle auf sich?

Der Bart ist wohl einfach Szene, vintage. Ich glaube nicht, dass es für die Hipster einen besonderen Hintergrund gibt. Den gibt es in den meisten Fällen sowieso nicht, es geht um Abgrenzung und Individualität. Daher kann so ein Bart auch nicht ausgefallen genug sein. Zum Triangle haben wir mal eine kreative Erklärung gehört: Die Grundformen wie das Triangle oder das Quadrat symbolisieren eigentlich Einheit und Norm. Werte mit denen ein klassischer Hipster nicht viel zu tun haben will. In so fern ist die Verwendung dieser Symbole ironisch zu verstehen.

Mehr Infos zur Hipster Olympiade findet ihr hier

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