Liebe durchs Hintertürchen: Sepp der Sexbesessene Teil 2
Schon am nächsten Morgen rief er mich aus dem Büro an: „Wie geht´s dir?“
„Ich konnte nicht schlafen, ich war aufgewühlt.“
„Wieso?“
„Normalerweise hat man ja beim ersten Mal eher Blümchensex, und bei uns ging´s gleich so ab…“
“Wieso, was war da anders als bei Blümchensex?”
Ich fragte mich: Wenn diese turbulente Zweieinhalb-Stunden-Nummer für ihn Blümchensex war, was ist dann für ihn heißer Sex? Orgien, Sperma-Sauereien, SM-Spielchen? Ich fühlte mich jetzt schon etwas unter Leistungsdruck.
Er fragte, ob er direkt nach der Arbeit vorbeikommen könne. Das war mir zwar nicht so recht, ich hatte nämlich um sechs einen großen Zahnarzt-Termin, erfahrungsgemäß bin ich nachher lädiert; aber da er Dienstag verabredet war und ich Mittwoch, sagte ich ja.
Sepp kam um acht, bat mich, seinen Nacken und Rücken zu massieren – okay. Er genoss es hörbar, nahm mich danach aber nicht in den Arm oder streichelte mich, sondern grapschte mir am Busen und am Unterbauch herum. Mir stand der Sinn gar nicht nach sexuellen Handlungen, zumal ich noch Zahn- und Kopfschmerzen hatte und mich überhaupt wegen der schlaflosen Nacht bräsig fühlte. Ich wedelte seine Hände immer wieder weg, er bewegte sie immer wieder dorthin, ich drückte sie weg, er fragte, “was ist?”, ich sagte, “ich möchte gern erst woanders angefasst werden, bevor ich dort angefasst werde” und erwähnte nochmals, dass es mir nicht so gut ging. Er sagte, es sei ohnehin schon zehn und er sehr müde, er gehe jetzt besser. Ich stand auf, er auch, ich küsste ihn, woraufhin er mir mit einem Ruck das Shirt und den BH hochriss und sich an meinen Brüsten zu schaffen machte. Bei anderer Gelegenheit hätte mich das vielleicht angemacht – jetzt nicht. Ich verstaute sie grinsend wieder und begleitete ihn zur Tür. Er umarmte mich, was ich als nette Abschiedsgeste deutete, aber nur eine Sekunde lang, denn schon hatte er seine Hand in meiner Hose und grabbelte an meinem Po herum. Ich zog sie energisch heraus und schob ihn zur Tür hinaus.
Ich war fast ein bisschen froh, jetzt allein ins Bett gehen zu können.
Er meldete sich am nächsten Tag kurz von der Arbeit, und am übernächsten fragte er mich, wann wir uns wiedersehen würden. Normalerweise hätte ich ihm – wegen unseres letzten doofen Treffens – einen Korb gegeben. Aber ich befand mich grade kurz vorm Eisprung, was mir mehr Lust als sonst beschert, zudem hatte ich so ein… ähem… seltsames, verlangendes Jucken zwischen den Beinen, deshalb bestellte ich ihn auf den morgigen Tag.
Donnerstagabend kam er also wieder vorbei, ich fragte, „Was machen wir? Wollen wir was trinken gehen?“ Er sagte, es wäre ihm lieber, gemütlich DVD´s zu schauen. Wir suchten eine aus. Er sagte: „Ich hab Hunger… Hast du was da?“
Ich machte ihm Sandwiches und Salat, zur Belohnung massierte er mich, ging aber ziemlich schnell zum verlängerten Rücken über…
Dann wieder das Gleiche wie beim ersten Mal: Beim normalen Verkehr wurde er nicht richtig steif, tendierte immer wieder in Richtung hinten, mit Fingern und Glied, ich war nur noch am Ausweichen und konnte den Sex gar nicht mehr genießen. Mir fiel auf, dass sein Penis nur dann wirklich hart war, wenn Sepp sich an meinem Anus zu schaffen machte. Ich sagte: „Was ist los? Törnt dich der Beischlaf in der Hauptverkehrsstraße nicht an?“
Er: „Ähm… du bist da zu weit.“
Ich weiß genau, dass ich da nicht zu weit bin, denn meine Scheidenmuskeln sind gut trainiert und können einen Mann ordentlich in die Kneifzange nehmen. “Du bist da zu weit“ – hah! Daniela hatte auch mal einen, der das als Vorwand benutzen wollte, um freie Fahrt in den engeren Eingang zu bekommen. „Ich spüre beim Vögeln zu wenig von dir“ sagte mir mal einer, der immer nur scharf auf Blowjobs war (das war einer von den Rüpeln, die Frauen auch ungefragt ins Gesicht ejakulieren, ganz furchtbar).
Ich erwiderte: „Ich denk zwar nicht, dass ich zu weit bin, aber vielleicht hast du ja eine Idee, was wir da machen könnten?“
„Überlass das mir… hast du Öl oder Vaseline da?“
Ich stellte mich blöd: „Ich glaub nicht, dass Öl oder Vaseline mich enger machen.“
„Ich will´s ja auch nicht für deine Dose, sondern für die Rose… harhar, reimt sich!“
Ich stand auf, zog mir etwas über und sagte: „Sorry, mir ist die Lust vergangen. Mir wäre lieber, du gehst jetzt.“
„Äh, was jetzt…? Soll ich dich massieren? Oder was soll ich tun?“
„Geh einfach. Ich möchte allein sein.“
Er guckte verdutzt und enttäuscht, aber gehorchte.
Und dann lag ich wieder einmal wach und grübelte. Ein schlechtes Zeichen. Nämlich dass Sepp nicht der Richtige für mich ist. Nicht mal als Liebhaber.
Mein Hintern tat weh. Und meine Scheide juckte höllisch, vor allem gegen Morgen. Ich kenne das schon. Wenn ein Mann dauernd mit den Fingern zwischen Po und Scheide hin und her wandert, machen es sich die ganzen Coli-Bakterien in der Scheide gemütlich und entfachen dort eine nette kleine Infektion. Da ist wohl ein Frauenarzt-Besuch fällig, so sehr ich es auch hasse.
Ich dachte: Wahrscheinlich war´s das jetzt auch für ihn, nach diesem verunglückten Abend. Aber nein, er bombardierte mich mit SMSen und Anrufen, und eben vor einer Stunde kam sein eingangs erwähntes Angebot, ob er mich “verwöhnen” dürfe. Bloß hab ich in Bezug auf morgen ein ungutes Gefühl, statt mich zu freuen. Tue ich ihm unrecht, wenn ich befürchte, dass ihm der Sex, wie ich ihn gern habe, nicht viel gibt? Dass er auch an mir nicht allzu sehr interessiert ist, sondern in erster Linie an meinem Po?
© Beatrice Poschenrieder

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