Interview mit Laura de Nooijer, Gründerin von Lovechock

Donnerstag, Mai 3, 2012 @ 09:05 AM  ak

Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Thema, nicht nur für unsere Gesellschaft, sondern auch für wirtschaftliche Produktionsprozesse. Ihr habt mit Eurem Unternehmen Lovechock diese Philosophie übernommen. Was bedeutet Nachhaltigkeit für Lovechock und die Herstellung von Eurer Schokolade?

Nachhaltigkeit bedeutet uns sehr viel. Unser Planet liegt uns am Herzen, und auch, wenn wir bei weitem nicht perfekt sind, arbeiten wir an verschiedenen nachhaltigen Lösungen. Wir haben mit unseren Rohstoffen begonnen, dann unsere Verpackungen umweltfreundlich gestaltet. Jetzt sind wir daran, Nachhaltigkeit auch in unserem Unternehmen selbst, in Büroräumen und anderen Bereichen umzusetzen.

Vor allem unter sozialem Aspekt ist es toll, wenn wir unsere Zutaten über den direkten Handel kaufen können. Für unseren Kakao erhalten die Bauern beispielsweise einen 25 bis 50 Prozent höheren Preis. Auch stellen wir unsere Schokolade in einer sozialen Arbeitsstätte her und geben Menschen mit Behinderung damit die Möglichkeit, wieder mit Arbeiten anzufangen. In dieser geschützten Umgebung können sie nach einem (geistig, körperlich bzw. emotional) schwierigen Zeitraum ihren Weg zurück in die Gesellschaft finden.

In Bezug auf das Öko-Bewusstsein haben wir mit Zutaten, Verpackung etc. bereits eine Menge erreicht, wissen jedoch, dass es noch viel zu tun gibt. Die Energie beispielsweise, die zur Verschiffung und Zulieferung der Rohwaren benötigt wird – hier arbeiten wir an einer noch nachhaltigeren Belieferungsweise. Schließlich wollen wir etwas für die Erde tun und ihr zurückgeben. Einer meiner vielen Pläne ist, eine Stiftung zu gründen und Bäume zu pflanzen.

Eure Kakaobohnen für die Schokoriegel werden aus dem Schokoladenland schlechthin – aus Ecuador – importiert. Die Bohne entspricht 100 Prozent Bio. Wie entstand die Verbindung zu den Händlern in Ecuador? Wer ist zuerst an wen herangetreten?

Wir fanden sie durch die “Rohkost-Welt”. Eigentlich gibt es nicht so viele Händler, die Rohkakao produzieren können, daher war es mehr eine Frage von: “Wer von ihnen wird unser Zulieferer sein, und wie können wir sicherstellen, dass es wirklich Rohqualität ist?” Wir sind selbst hingefahren, um uns die Produktionsprozesse anzusehen. Es gibt natürlich auch andere Anbieter, aber die Qualität der Bohnen ist so wichtig für den Geschmack, dass die Rohschokolade von Lovechock immer überwiegend aus Ecuador stammen wird.

Welche Schoko-Leidenschaften verbinden Euch mit Ecuador?

Eine fruchtige Leidenschaft. Die ursprünglichen Kakaobohnen aus Ecuador weden “Arriba Nacionale” genannt und sind fruchtig im Geschmack. Ecuador ist auch das Land mit der höchsten Artenvielfalt auf der Erde und so hat es diese Fülle an Früchten.

Wie seid Ihr zu der Beschreibung „Schokolade aus Rohkostqualität“ gekommen?

Ich ernähre mich seit über zehn Jahren überwiegend von Rohkost. Als Schokoladenliebhaber wollte ich daher auch schon lange Rohschokolade herstellen. Das machte für mich einfach Sinn.

Auch die Verpackung ist aus umweltfreundlichen Stoffen gefertigt. Aus welchen Stoffen setzt sich die Folie zusammen und wie schwer war es, Partner für die Umsetzung zu finden?

Unsere Verpackung ist zertifizierte PEFC Pappe, die recyclingfähig ist. Die Folie um die Schokolade wird aus Zellstoff aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern hergestellt. Wir haben verschiedene Optionen abgewogen, und es war keine leichte Entscheidung, diese Richtung einzuschlagen. Erstens gibt es keine Erfahrungswerte mit dieser Art der Verpackung in Kombination mit Schokolade, zweitens bestand bei uns die große Frage, ob der Verbraucher die neue Verpackung akzeptieren würde. Nach einigen Einführungsproblemen sind wir aber nun froh, diese Umstellung durchgeführt zu haben und es wird vom Verbraucher bestens angenommen. Auf unsere Homepage haben wir einen interessanten Film dazu gestellt (und wir sind ziemlich stolz auf das, was er zeigt). http://www.lovechock.de/site/die-verpackung/das-experiment.html

Mit welchen Umweltorganisationen aus Ecuador oder anderen Länder steht Lovechock in Kooperation?

Derzeit kooperieren wir diesbezüglich mit unserem Zulieferer aus Ecuador, der dort mit verschiedenen Projekten arbeitet. Wir beabsichtigen, dieses Thema noch weiter voranzutreiben, aber als kleines Unternehmen sind erst einmal alle Mann zur Produktion und zum Vertrieb unserer Produkte eingespannt.

Eure kleine Manufaktur in der Nähe von Amsterdam stellt von Hand gemachte Schokolade her. Kann man sich diese Manufaktur wie den kleinen Laden in dem Film „Chocolat“ vorstellen?

Unsere Produktion mit der sozialen Arbeitsstätte ist in der Stadt Leiden, etwa 40 km von Amsterdam. Es ist eine Schokoladenmanufaktur und Verpackungsfabrik.

Warum darf Schokolade in unser aller Leben nicht fehlen?

Weil Schokolade bewirkt, dass man sich liebend und geliebt fühlt – einfach glücklich!

Kommentare geschlossen.