Der Staubwedel zur Erfüllung
Filmkritik: In guten Händen
Hat uns das nicht alle schon mal interessiert? Wie wurden die Frauen im viktorianischen England sexuell befriedigt? Und wann wurde eigentlich der Vibrator erfunden? Dass es zwischen diesen beiden Fragen ein Zusammenhang gibt, zeigt Tanya Wexlers neuer Film “In guten Händen”.
Veranstaltungstipp: “Sexuelle Vielfalt”
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe CrossKultur zeigt das Integrationszentrum Harmonie e. V. einen Film, der im Rahmen des Projektes „RADUGA” erstellt wurde. Erstmalig hat damit ein Verein von und für Migrantinnen und Migranten aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion die „sexuelle Vielfalt” in den Mittelpunkt der Projektarbeit gestellt. Der Film zeigt, welche Entwicklungen es im Umgang damit gab. Gemeinsam mit den Gästen wird im Anschluss diskutiert. Das Projekt wird von der Senatsverwaltung Integration, Arbeit und Soziales (LADS) und der Initiative “Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexuellen Vielfalt” gefördert.
Die Veranstaltung findet am Donnerstag, den 08. Dezember 2011, um 17 Uhr im Integrationszentrum Harmonie e.V. in der Katzlerstraße 11, 10829 Berlin statt.
Mehr Informationen unter: http://www.cross-kultur.de/diskussionen.htm
Schoßgebete – Charlotte Roches Seelenstriptease
Moderatorin und Bestseller-Autorin Charlotte Roche schreibt weiter und sorgt auch mit ihrem aktuellen Roman für heftige Debatten. Schoßgebete ist anders und gleicht doch ihrem erstem Skandalbuch Feuchtgebiete. In dem Werk verarbeitet die 33-Jährige den traumatischen Autounfall ihrer Familie, bei dem sie drei Geschwister verloren hat. Für Furore sorgten nicht nur die ausführliche Beschreibung des Unfalls, sondern auch die detaillierten Sexszenen. Schildert Schoßgebete die unerbitterliche Tragik des Lebens oder ist es eine Anleitung für besseren Oralsex?
Roche erklärte auf der Frankfurter Buchmesse, dass das Erzählen des Unfalls in diesem Roman eine Entlastung für sie sei. Die Fertigstellung von Schoßgebete helfe ihr, mit dem Trauma besser umzugehen.
Die Geschichte ist schnell erzählt: Protagonistin Elizabeth Kiehl berichtet von drei Tagen in ihrem Leben: einem Dienstag, einem Mittwoch, einem Donnerstag. Elizabeth ist Mutter in ihren 30ern. Sie hat eine Tochter, Liza, und ist zum zweiten mal verheiratet. Ihr neuer Mann heißt Georg. Durch ihre Tochter hat sie immer noch regelmäßigen Kontakt zu ihrem Ex-Mann. Seit drei ihrer Brüder bei einem Autounfall auf tragische Weise ums Leben kommen, ist sie traumatisiert. Sie lebt zwischen trautem Heim und Wahnvorstellungen, zwischen exzessiven Sex-Experimenten und regelmäßigen Therapiestunden.
Sehr fesselnd und ohne Gnade beschreibt Roche den alles für immer verändernden Unfall. Diesem Schrecken kann sich der Leser nicht entziehen. Es ist der Teil des Buches, der endlich Mitgefühl mit der Protagonistin erlaubt. Authentizität wird von Roche an dieser Stelle groß geschrieben.
Authentizität vermittelt die Autorin aber auch in zwei sehr eindringlichen Sexszenen. Am Anfang von Schoßgebete beschreibt Roche, wie Elizabeth ihren Mann Georg oral befriedigt. Sehr detailliert und erregend verbildlicht Roche die Fellatio für die Leser. Sie beschreibt, wie sich Elizabeth den Weg in die Hose ihres Mannes bahnt, zu seinem „Schwanz“ und seinem „Beutel voller Gold“. Ihre Beschreibung liest sich dabei wie eine Step-By-Step-Anleitung für die perfekte Fellatio. Ist Schoßgebete also ein Sexratgeber für in die Jahre gekommene Hausfrauen? Keineswegs, denn Sexszenen sind zwar ein wichtiges Element des Buches, doch geht es hier weniger um die Erregung der Leserin. Die Detailliertheit, mit der Roche Elizabeths Alltag beschreibt, soll einen intensiven Blick in die verletzte Seele der labilen Protagonistin ermöglichen. Elizabeth lebt extreme Gefühle von Angst bis Geilheit. Sex ist ein Weg, mit ihrem Trauma zurecht zu kommen. Sie hat ein schwieriges Verhältnis zu ihrem Körper, findet ihre Brüste zu klein und kann den sexuellen Wünschen ihres Mannes keines Wegs so unbeschwert wie am Anfang des Buches begegnen.
Die andere Sexszene, gegen Ende des Buches, erzählt den Besuch von Elisabeth und Georg in einem Bordell. Elizabeth will ihrem Mann den Wunsch einer Ménage à Trois mit einer Frau erfüllen. Trotz unglaublicher Angst und Zweifeln lässt sich Elizabeth auf Sex mit der brasilianischen Prostituierten Lumi ein. Ihrem Mann gefällt’s – sie bleibt distanziert und skeptisch. Auch diese Szene taugt wenig, um die Leserin gehörig zu erregen, denn schnell wird klar, dass sie ihrem Mann diesen Gefallen nur tut, um selbst mit anderen Männern schlafen zu dürfen. Ständig will sie ihm beweisen, dass sie eine starke Frau ist, die Eifersucht aus einem heißen Dreier heraushalten kann. Doch sie scheitert und bestätigt mit ihrem verbissenen Versuch, stark zu sein, lediglich ihre Schwäche. Roche selbst distanziert sich von ihrer Protagonistin. Sie sieht sich als stärker und selbstbewusster.
Doch kann sich Roche wirklich von ihrer Protagonistin distanzieren, wenn sie so viele authentische Erlebnisse in dieser Geschichte wiedergibt? Durch die Gemeinsamkeit des Unfalls in beider Leben kann man sich als Leser schwer von dem Gedanken trennen, dass Elizabeth nur als Protagonistin geschaffen wurde. Man identifiziert Roche automatisch mit ihr. Das wirft im Kopf des Lesers die Frage auf, warum Roche eine Romanfigur schafft, die doch eigentlich ihr Leben erzählt. Die Ich-Perspektive verstärkt dabei die schwammige Trennung zwischen Autorin und Protagonistin. Leser/innen tauchen sehr tief in Elizabeths Gedankenwelt ein und sind ihr mit all ihren ehrlichen und intimen Geschichten gnadenlos ausgesetzt. Charlotte Roche knüpft damit an den Stil von Feuchtgebiete an und konfontiert die Leser/innen mit einem hemmungslosen Seelenstriptease von Toilettengängen bis Sexphantasien. Selten verwendet Roche Dialoge und lässt andere Charaktere zu Wort kommen, die andere Perspektiven zulassen würden. Als Leser/in fühlt man sich in einer genauso beängstigenden bis absurden Gedankenwelt gefangen, die nach einem solch traumatischen Erlebnis auftreten. Und so quält man sich von Seite zu Seite, durch einen Wust an wirren Gedanken und banalen Alltagsgeschichten vorbei bis sich Emotionalität und Tragik in der Beschreibung des Unfalls zu ihrem Höhepunkt hochpuschen.
Schoßgebete ist Roches Seelenstriptease, der literarisch nicht überzeugen kann. Der Roman versucht die Leser/inner durch seine Direktheit zu gewinnen, doch wirkt diese vermeintliche Authentizität und Offenheit konstruiert und darauf abzielend, skandalöse Diskussionen auf den Plan zu rufen. Das Buch ist Roches Versuch, sich selbst zu therapieren. Für den Leser bleibt es schwierig, sich mit den Romanfiguren zu identifizieren. Versteht man das Buch als Mittel der Selbsttherapie ist es legitim und man kann sich vielleicht damit arrangieren. Als fiktionales Stück funktioniert es allerdings nicht. Tragik wird durch langweilige und wirre Gedankengänge der Protagonistin überdeckt. Es fehlen Distanz zur Leserin und Raum für Phantasie. Schoßgebete ist eine fade Entblößung – eine körperliche, aber mehr noch eine geistige.
Charlotte Roche
Schoßgebete
Roman
288 Seiten
Klappenbroschur
€ 16,99 [D], € 17,50 [A], sFr 24,90
ISBN: 9783492054201
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Der besondere Kick: Sex an außergewöhnlichen Orten
Sex im gemütlichen Bett kann durchaus aufregend sein. Doch wie wäre es zwischendurch mit ein paar prickelnden Momenten fernab der weichen Matratze? Wenn Sie in dieser Hinsicht experimentierfreudig sind und alle möglichen Plätze innerhalb der Wohnung wie Sofa, Küchentisch, Fensterstock oder Waschmaschine bereits auf ihre Belastungsfähigkeit ausgetestet haben, dann gehen Sie doch einen Schritt weiter. Oder besser gesagt: Gehen Sie vor die Tür! Denn dort warten mit Sicherheit noch eine Menge Orte, an denen Sie viel Spaß haben können. Weiterlesen
Sex-Lexikon: Die Übersicht
A
Ageplay
A tergo
Altporn
Analdehnung
Analplug
Analverkehr
Anilingus
Atemkontrolle
Autonepiophilie
B
C
D
E
L
P
V
Vaginaltanga (siehe Labienspange)
T
Das Sex-Lexikon wird regelmäßig vervollständigt!
Zwei mal Sex in einem Jahr ist nicht zu viel
An einem Freitag im August hatte ein Freund von mir zu einem Fußballturnier aufgerufen. Nach einem langen schwitzigen Tag im Büro hatte ich mir vorgenommen, kurz dort vorbei zu schauen, einen Cocktail zu trinken, die Spieler anzufeuern und später noch auf einer Abschiedsparty vorbei zu schauen. Soweit so geplant. Weiterlesen
Fotos der missima Kick- Off- Veranstaltung
Am 14. April 2010 haben wir gefeiert- Zusammen mit Freunden und Geschäftspartnern konnten wir auf den ersten Monat missima anstoßen.
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Noch mehr Fotos …
Fotos: Enis Yarimca und Isis Martins

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