Eine Frau mit Penetrationshintergrund- Interview mit Paula Lambert
Paula Lambert ist Sexpertin. In ihrem ersten Roman “Keine Panik, ich will doch nur Sex” berichtete sie über kleine und große Sexgeschichten ihres Alltags. Verschiedenste Männertypen kreuzten ihren Weg. In ihrem zweiten Roman “Eine Frau mit Penetrationshintergrund” begegnet sie Korbinian. Im Interview beschreibt sie den Mann ihrer Träume und warum sie sich im Kloster bekehren lassen will.
missima:In deinem neuen Roman geht es um „eine Frau mit Penetrationshintergrund“. Spielt dieser Hintergrund auf die Anzahl der Betterlebnisse an, die du bereits erlebt hast? Wie bist du auf Penetrationshintergrund gekommen?
Paula Lambert: Der Titel ist ironisch gemeint, natürlich. Er spielt auch auf die Bezeichung “Migrationshintergrund” an, denn sowohl mit Migrations- als auch mit Penetrationshintergrund hat man es gesellschaftlich nicht unbedingt leicht. Vielen scheint eine starke, sexuelle Frau Angst zu machen, wobei ich immer noch nicht ganz verstanden habe, wieso. Ich finde Menschen mit direktem Bezug zum Leben immer spannender als solche, die sich selbst die
natürlichsten Bedürfnisse versagen, weil es nicht dem moralischen Kodex ihrer Eltern entspricht. Und dabei geht es nicht mal um Quantität, sondern das schlichte Ausleben dessen, worauf man Lust hat.
missima: Werden Männer von Frauen mit einem großen Penetrationshintergrund abgeschreckt?
Paula Lambert: Ja, aber auch von solchen mit einem kleinen. Es gibt nicht halb so viele Männer wie es bräuchte, die damit klarkommen, wenn eine Frau sagt: Ich habe mit dem geschlafen und mit dem. Und mit dem auch. Und weißt du, warum? Einfach, weil es mir Spaß gemacht hat.
missima: Der Mann, in den Du dich verguckst, heißt Korbinian. Was sagt dieser Name über diesen Mann aus?
Paula Lambert: Korbinian bedeutet “der Rabe”, das fand ich höchst passend. Der Rabe ist ein sehr kluges Tier, begleitet aber in der Mythologie Menschen auch bei der Transformation. Genau das hat er im Buch auch gemacht. Das Buch ist ein autobiographischer Roman, das meiste habe ich tatsächlich erlebt, auch wenn ich natürlich wieder schamlos übertreibe.
missima: Was findest du in dem Kloster, indem du versuchst einen Sinn zu finden?
Paula Lambert: Im Kloster habe ich mich zum ersten Mal so richtig mit mir selbst konfrontiert. Tatsächlich war ich in zwei Klöstern, der zweite Aufenthalt war aber deutlich länger und deshalb sehr viel intensiver. Inne zu halten,wenn man die ganze Zeit gewohnt ist, wie eine Irre herumzurennen, hat eine ziemliche Wucht. Abstinent zu bleiben, obwohl man gewohnt ist, die meisten Probleme sexuell zu lösen, ist sehr erbaulich. Also, meine privaten Probleme löse ich sexuell, im Job schreie ich ganz normal herum wie alle anderen auch. Ok, das nehme ich zurück. Ich schreie nicht, ich schreibe patzige Emails.
missima: Können sich Leser und Leserinnen auch dieses Mal auf erfrischende Sex-Episoden aus dem Alltag freuen?
Paula Lambert: Der Sex ist da, aber anders. im Grunde beschreibe ich eine Trilogie. Der erste Teil fand in der reinen Oberflächlichkeit statt. Dies ist der Abstieg in die Vorhölle. Wir gehen jetzt deutlich tiefer unter die Haut, das war mir wichtig, weil ich diesen Schritt auch für die Leser nachvollziehbar machen wollte. Ich verändere mich. Lustig bleibt es natürlich.
missima: Geht es auch um ein wenig Liebe?
Paula Lambert: Für Liebe ist es noch zu früh. Liebe braucht eine Menge Hingabe und Loslassen. Ich habe Angst, die Zügel schießen zu lassen, aber ich lerne dazu. Erstaunlich, wie anders der Sex dadurch wird. Das Buch behandelt eher den versuch, sich der Hingabe zu öffnen. Da musste eine Menge Mist abgehobelt werden. Aber ich bin froh, dass ich es getan habe.
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Foto: Piper Verlag
Keine Panik, sie will doch nur Sex
„Die große Tragik im Leben einer Frau ist, dass sie den Männern vorher nicht ansieht, was für eine Art Liebhaber sich in ihnen verbirgt. Sie können grandiose Küsser sein, aber sobald sie in dir drinstecken, zucken sie kurz rum, und das war’s. Sich auf Liebhabersuche zu begeben, ist ein wenig, als würde man mit verbundenen Augen einkaufen gehen. Man ahnt ungefähr, wo die Dinge liegen, aber man kann sich nie sicher sein, auch wirklich das Richtige zu erwischen.“ Paula Lambert

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